10/21/2014

Urlaub in Nordschweden – Teil 1

Reist ihr mit mir zurück in den Sommer? Drei Monate liegt unser Urlaub in Schweden jetzt zurück. Drei entspannte Wochen mit Wald, Seen, Sonnenschein, Flohmarkt-Touren, lieben Menschen und schier endlosen Blaubeer-Teppichen.

Vor zehn Jahren habe ich das erste Mal mit Schweden, genauer gesagt mit Nordschweden, geflirtet und eine herrliche Zeit dort verbracht. Beim zweiten Mal habe ich mich aber so richtig verknallt – in die Natur, die Ruhe und die Menschen.

Der Norden ist im Gegensatz zum Süden weniger populär als Reiseziel. Wenn wir erzählten, dass wir im Sommer nach Nordschweden fahren, sagten die meisten: „Aber da ist es doch so kalt und ungemütlich!“ Ich kann nur sagen, dem ist nicht so! Im Gegenteil. Ich hatte eher das Gefühl, der Sommer gibt alles. Er ist warm und sonnig. Nach der langen Winterzeit platzt die Natur aus allen Nähten. Alles wuchert, wächst und gedeiht. Die Tage im Sommer sind herrlich lang und es dämmert in der Nacht nur für ein paar Stunden.

Wenn ihr Lust auf eine kleine Schwedentour habt, dann schnappt euch einen Kaffee und kommt mit ...


Der Weg ist das Ziel – 2000 km to go!


Insgesamt haben wir fast 5000 km mit dem Auto zurückgelegt. Die lange Fahrt hat mich anfangs doch etwas abgeschreckt. Rückblickend war der Reiseweg aber fast genauso schön wie die Zeit an unserem Urlaubsziel in Nordschweden. Wir hatten für die An- und Abreise genug Zeit eingeplant, so dass wir ohne Stress unterwegs waren.

Ein schöner Einstieg in den Urlaub war die Überfahrt mit der Fähre ab Rostock.


Süd- und Mittelschweden 


Nach sechs Stunden Ostseeluft haben wir am Hafen in Trelleborg angelegt. Dann ging's auf die E4 durch Småland, die schöne Heimat von vielen Astrid Lindgren Geschichten.

Auf gut Glück sind wir nach ungefähr 300 km auf den Lovsjöbadens Campingplatz gefahren. Dort schlugen wir das erste Mal unser Zelt auf. Der Zeltplatz befindet sich direkt am Lovsjön-See, in dem man herrlich baden kann. Es war relativ viel los, aber ein schönes Plätzchen direkt am Wasser war für uns noch frei.

Am zweiten Tag haben wir knapp 600 km geschafft. Südschweden lag bald hinter uns und wir durchquerten Svealand (Mittelschweden). Stockholm war auf unserer Route nur Durchgangsstation. Um so eine große Stadt zu erkunden, wollten wir uns mehr Zeit nehmen. Deswegen: Tschüss Stockholm und bis später mal!

Dragon Gate – Eine chinesische Festung am Rande der schwedischen Autobahn


Nach zwei Stunden Fahrzeit erschien in der Ferne ein Gebäude, was überhaupt nicht in unser Schwedenbild passte. Neugierig fuhren wir von der Autobahn ab. Der mehrstöckige Turm entpuppte sich als Pagode ganz im chinesischen Baustil. Auf der monumentalen Anlage befand sich ein Restaurant, eine Kung-Fu-Schule, ein Museum und ein Tee-Haus. In die Pagode soll demnächst ein Hotel einziehen. Klingt irgendwie verrückt, oder?


Nach diesem surrealen Erlebnis ging's weiter. Typisch schwedisch mit Wäldern, Seen und roten Holzhäusern.


Norrland – Der Norden Schwedens


Nächster Stopp zur Nacht war der Campingplatz in Ljusne, ein kleiner Ort an der Küste in der Provinz Gävleborg. Auch hier war es kein Problem, einen Platz für Zelt und Auto zu bekommen.



Wenige Schritte vom Zelt war ein Steg, von dem man prima ins Wasser hüpfen konnte. Für meine zwei Wasserrattenkitzis genau das Richtige. Ich bin da ja eher für den schwedischen Hot Tub zu haben :-)


Zelten und Campen in Schweden 


Zelten ist in Schweden ziemlich unkompliziert. Es gibt viele Zeltplätze entlang der Autobahnen. Eine Übersicht findet man beim SCR (Schwedens Verband für Camping und Ferienhäuser). Er publiziert jedes Jahr einen kostenlosen Campingführer für Schweden. Entweder blättert ihr online oder lasst euch den Katalog zuschicken. Wir haben damit im Voraus grob geplant. Wenn man in der Hauptsaison nur ein bis zwei Nächte bleibt (mit PKW und Zelt), braucht man eigentlich nicht reservieren. Bei Wohnmobilen kann es allerdings anders sein. Da solltet ihr euch lieber vorher erkundigen.

Es gibt in Schweden auch das sogenannte Jedermannsrecht, das das Zelten in freier Natur (außer in Nationalparks) erlaubt.

Weltnaturerbe – Höga Kusten


Weiter geht die Fahrt gen Norden. Schon bei meiner ersten Schwedenreise vor zehn Jahren war ich von der Ostseeküste zwischen Härnösand und Örnsköldsvik angetan. Das Gebiet der Höga Kusten (Schwedisch für Hohe Küste) ist sehr reizvoll. Eine malerische Mischung aus Felsen, tiefen Buchten, Inseln und Nadelwald, die sich über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren herausgebildet hat.


An der Högakustenbrücke haben wir eine Pause eingelegt, um uns die Beine zu vertreten und die bergige Gegend zu erkunden.


Von oben hatten wir einen traumhaften Blick auf den Ångermanälven-Fluss und die fast 2 km lange Hängebrücke.


Unser Ziel ist nun nicht mehr weit. Wie die Reise weiter geht und was es mit Kokkaffe und Filmjölk auf sich hat, erzähle ich euch im nächsten Post ... hej då!