4/15/2015

Urlaub in Nordschweden – Teil 2


„Manchmal ist es so, als ob das Leben einen seiner Tage herausgriffe und sagte: 'Dir will ich alles schenken! Du sollst solch ein rosenroter Tag werden, der im Gedächtnis leuchtet, wenn alle anderen vergessen sind'.“


― Astrid Lindgren (Ferien auf Saltkrokan)


Sonne satt in Norrland ☼


In meinem ersten Schweden-Posting hab ich Euch von unserer Fahrt von Süd- nach Nordschweden erzählt. Heute geht's weiter gen Norden nach Granbergsträsk.

Der kleine Ort liegt kurz unterhalb des Polarkreises in der Provinz Västerbotten, umringt von Wäldern und Seen. Als wir endlich nach 2000 km am Ziel ankamen, empfing uns ein goldenes Abendlicht.


Wer von Euch im Sommer schon mal so weit oben im Norden war, der kennt die Magie der "Weißen Nächte". Die Extra-Portion Licht habe ich besonders genossen. Und nachts mit dem Ruderboot über den See zu fahren und bei Tageslicht zu lesen, ist schon cool ;-) Die kurzen Nächte waren natürlich auch für die Kinder spannend: Bis in die Puppen rumräubern und dann glücklich ausgepowert ins Bett fallen.



Här är dörren Du söker! ❤️


Unser zweites Mal in Schweden und unser zweites Mal in Granbergsträsk. Wir waren so neugierig, ob sich nach zehn Jahren etwas verändert hatte! Als Erstes haben wir das Haus, in dem wir damals auch gewohnt haben, inspiziert.

Viele Dinge kamen uns angenehm vertraut vor – zum Beispiel ein Schild mit dem Spruch „Här är dörren du söker!“, was so viel bedeutet wie „Dies ist die Tür, die du suchst!“. Das Schild hängt nicht, wie Ihr vielleicht vermutet, an der Haustür, nein, es führt ohne Umwege zum stillen Örtchen ;-)



Für die Großen gab's zum Urlaubseinstand erstmal Kaffee und Kekse.

Die Kinder pflückten derweil einen Strauß Wiesenblumen für den Küchentisch.



Am schönsten war es aber immer im Freien, umgeben von Wiesen und Blumen ...



... Pilzen, Wasser, Wald und Läkerol ...


und köstlichen Blaubeeren.



Lieblings-Zwischendurch-Essen: Filmjölk


Der absolute kulinarische Dauerbrenner im Urlaub war die Schwedenmilch. Es gibt sie im Norden Schwedens in verschiedenen Sorten unter der Bezeichnung Fil. Ich glaube, wir haben in den drei Wochen sämtliche Varianten durchprobiert. Am liebsten mochten wir die Sorten ohne Fruchtgeschmack, die wir dann nur mit ein paar Beeren oder selbstgemachter Marmelade verfeinert haben. Den Kindern hat der Fjäll-Fil besonders geschmeckt.

Ziemlich kurios, aber durchaus lecker fand ich den typisch nordschwedischen Langfil (Långfil) mit seiner gummiartigen Konsistenz. Wer neugierig ist, kann im folgenden Video mal luschern: Langfil aus Nordschweden ;)



Kokkaffe – Kaffeekochen auf Skandinavisch


Was ich als passionierte Kaffeetante besonders klasse fand, war das Outoor-Kaffeekochen auf offenem Feuer. Die Stielkanne aus Kupfer stammt aus dem Loppis, schwedisch für Flohmarkt. Das Wasser wird in der Kanne zum Kochen gebracht, dann kommt der Kokkaffe dazu und alles wird nochmal aufgekocht. Ein schönes Ritual, an das man sich gewöhnen kann.


Mit der kleinen Kaffeerunde beende ich den zweiten Teil unserer Nord-Schweden-Reise. Beim nächsten Mal nehme ich Euch mit in das malerische Mårdseleforsar-Naturschutzgebiet und ins Naturreservat der Storforsen-Stromschnellen   mit der besten Badestelle ever!